Fr., 17.3.17 Uff!!!!-Festival: Kinotag PDF Drucken E-Mail

19 Uhr     Obscura-Kino

Uff!!!  Ulmer Festival für  freie Improvisation und experimentelle Musik

Die Grenzen ausdehnen, die Lauscher öffnen. Musik und interdisziplinäre Kleinprojekte im Bermudadreieck zwischen Elektronik, Experiment und Avantgarde, zwischen Jazz, Neuer Musik und Hörstück, das ist Freispiel-Kultur in Ulm.

Freies Spiel mit musikalischen und visuellen Elementen steht dieses Wochenende auf dem Programm unseres Labors, mit einbezogen werden visuelle Künstler/Medienkunst genauso wie Tanz, Performancekunst und Literatur, und das alles in zwei historisch bedeutenden Räumen in der Ulmer Innenstadt: Dem Steinhaus und der Nikolauskapelle. Die Ulmer Szene gibt Einblick in ihr Schaffen und in das von Gästen, die sie aus anderen Städten eingeladen hat.


„Step across the border“

Deutschland, Schweiz 1990 | 90 Min. | 35 mmDokumentarfilm | engl., dt. OmU

Europäischer Filmpreis 1990

Buch und Regie: Nicolas Humbert & Werner Penzel

Kamera: Oscar Salgado

Die ganze Welt ist Klang. Und wie entsteht Musik, die sich an keine Regeln hält?  Rhythmus, Bilderlust und Lebensfreude. Davon erzählt dieser Musikfilm, der längst Kultstatus erreicht hat. Konzertmitschnitte, Improvisationen in Hotelzimmern, skurrile Situationen und Kamerafahrten durch Metropolen vermischen sich zu einer mitreißenden Klangreise.

In diesem Dokumentarfilm schauen wir Ausnahmemusikern aus der ganzen Welt über die Schulter, allen voran Fred Frith. Wir blicken in ihre Instrumente, ihre Köpfe, in ihre Klangwelten. Wir lauschen mit Fred Frith den Möwen am rauen Meer. Und wir staunen über die Filmeinstellung, die nach dem Schnitt folgt. Der Zuschauer folgt den Protagonisten in ihre Proberäume, ihre (Klang)küchen, ihren Alltag und bei ihrer fortwährenden Suche nach neuen Sounds. Es handelt sich um eine sehr ungewöhnliche, äußerst sensible Dokumentation, bei der die Grenzen zur Fiktionalität manchmal unscharf werden. Der Film ist fragmentarisch, wirkt fast wie eine Collage, und er macht vielleicht gerade dadurch Prozesse sichtbar, die sich dem bloßen Konzertbesucher nicht ohne weiteres erschließen. Weltmusik? Jazz? Avantgarde? Experimentelle Musik? Improvisationsmusik? Wahrscheinlich ist es völlig egal, wie man das höchste Glücksgefühl nennt, wenn man durch die Klänge mit sich und der Welt eins wird.

Wie die Musik wandelt auch der Film von Nicolas Humbert und Werner Penzel weit abseits ausgetretener Mainstream-Pfade. Wer mit Sachinformationen mittels Sprache gefüttert werden will, wird nichts verstehen. Wir müssen uns einlassen auf lange, unkommentierte Kamerafahrten, auf einen Filmschnitt, der in unserem Auge Bedeutungen „explodieren“ lässt und auf eine Filmkunst, die äußerst einfühlsam die Entstehung zeitgenössischer Musik erklärt und dabei fast ohne Worte auskommt.

Vielen Dank für die Unterstützung: logo_2lbbwstiftung_s3_sw_mn.jpg

 
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